Neurologie/Technische Hilfsmethoden
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[bearbeiten] Technische Hilfsmethoden
[bearbeiten] Liquordiagnostik
Die Liquorpunktion ist eine recht einfache Maßnahme zur Untersuchung des Liquor cerebrospinalis. Dazu eignen sich im Prinzip zwei Stellen:
- lumbal
- subokzipital
In der Routine ist nur die Lumbalpunktion von Bedeutung, da die Subokzipitalpunktion mit einem großen Risiko behaftet ist, Gefäße oder gar die Medulla oblongata zu schädigen und dementsprechend die Indikationsstellung zu dieser Punktionsform sehr streng zu stellen ist.
| CAVE: Vor jeder Liquorpunktion muss man sich vergewissern, dass kein erhöhter Hirndruck vorliegt (z.B. ophtalmoskopisch: Stauungspapille), da sonst durch die Punktion ein Druckgradient zwischen Kopf (Druck ↑) und Entnahmestelle (Druck ↓) entsteht und somit das Gehirn nach kaudal drücken kann. Die Gefahr besteht also in einer lebensbedrohlichen Einklemmung des Hirnstamms (Atemzentrum!). |
[bearbeiten] Lumbalpunktion
Der Patient soll möglichst entspannt in gebeugter Haltung sitzen oder liegen. Unterhalb des Conus medullaris (Höhe L1/L2) wird die Punktionsnadel median eingeführt (zwischen L3/L4 bzw. L4/L5). Nach Durchstechen der Dura (plötzliches Nachlassen des Widerstands) wird der heraustropfende Liquor in einem Probenröhrchen gesammelt. Als Komplikation kann die Reizung eines Nerven (starke Schmerzempfindung im Bein) oder häufig Kopfschmerzen auftreten.
[bearbeiten] Liquorbefund
Maßgeblich für die Beurteilung des Liquors sind neben dem makroskopisch erkennbaren Aussehen (Trübung?) das Differenzialzellbild sowie Eiweiß-, Glukose- und Laktatgehalt.
| Liquor | Aussehen | Zellbild (Lymphozyten/µl) | Eiweiß (mg% = mg/dl) | Glukose (mg/dl) | Laktat (mg/dl) | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Normalbefund | klar | 3-4 | 20 - 45 | 45 - 75 | 10 - 20 | |
| bakterielle Meningitis | trüb/eitrig | 3.000 - 10.000 | 100 - 1.000 (↑↑↑) | < 20 (↓↓) | ↑↑ | Nachweis vieler Granulozyten |
| virale Meningitis | klar | 10 - 2.000 | normal (evtl. ↑) | normal | normal | im Anfangsstadium auch Granulozyten nachweisbar |
| tuberkulöse Meningitis | "Spinngewebsgerinnsel" | 20 - 500 | 100 - 500 (↑↑) | < 40 (↓↓) | ↑↑ | Nachweis von Monozyten und Granulozyten |
| Multiple Sklerose | klar | < 10 (mäßige Pleozytose) | meist normal | normal | normal | intrathekale IgG-Bildung, Nachweis oligoklonaler Banden |
| Subarachnoidalblutung | blutig, xanthochrom | evtl. erhöht | ? | ? | ? | Makrophagen, Erythrozyten |
[bearbeiten] EEG
Das EEG ist wichtig zur Messung der bioelektrischen Aktivität des Gehirns. Durch die Elektroden werden die bioelektrischen Potentialschwankungen abgeleitet. Es gibt zwei Möglichkeiten: 1. Unipolare Ableitung -> zeigen Spannungsdifferenzen zwischen Elektroden aus einem (!) aktiven Areal und einer inaktiven (!) Bezugselektrode. 2. Bipolare Ableitung -> registrieren Spannungsdifferenzen zwischen zwei aktiven Arealen.
Indikation:
1. Epilepsiediagnostik
2. Koma und Hirntod
3. diffuse od. herdförmige Prozesse im Hirn (Trauma, Entzündung, Intox.,...)
