Persönliche Werkzeuge
   

Das MeCuM-Wiki ist nun bei Moodle

Hier geht's zum neuen Wiki auf Moodle...

Neurologie/Technische Hilfsmethoden

My-MeCuM:Wiki (http://mecumwiki.fachschaft-medizin.de/)

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Technische Hilfsmethoden

[bearbeiten] Liquordiagnostik

Die Liquorpunktion ist eine recht einfache Maßnahme zur Untersuchung des Liquor cerebrospinalis. Dazu eignen sich im Prinzip zwei Stellen:

  1. lumbal
  2. subokzipital

In der Routine ist nur die Lumbalpunktion von Bedeutung, da die Subokzipitalpunktion mit einem großen Risiko behaftet ist, Gefäße oder gar die Medulla oblongata zu schädigen und dementsprechend die Indikationsstellung zu dieser Punktionsform sehr streng zu stellen ist.

CAVE: Vor jeder Liquorpunktion muss man sich vergewissern, dass kein erhöhter Hirndruck vorliegt (z.B. ophtalmoskopisch: Stauungspapille), da sonst durch die Punktion ein Druckgradient zwischen Kopf (Druck ↑) und Entnahmestelle (Druck ↓) entsteht und somit das Gehirn nach kaudal drücken kann. Die Gefahr besteht also in einer lebensbedrohlichen Einklemmung des Hirnstamms (Atemzentrum!).

[bearbeiten] Lumbalpunktion

Der Patient soll möglichst entspannt in gebeugter Haltung sitzen oder liegen. Unterhalb des Conus medullaris (Höhe L1/L2) wird die Punktionsnadel median eingeführt (zwischen L3/L4 bzw. L4/L5). Nach Durchstechen der Dura (plötzliches Nachlassen des Widerstands) wird der heraustropfende Liquor in einem Probenröhrchen gesammelt. Als Komplikation kann die Reizung eines Nerven (starke Schmerzempfindung im Bein) oder häufig Kopfschmerzen auftreten.

[bearbeiten] Liquorbefund

Maßgeblich für die Beurteilung des Liquors sind neben dem makroskopisch erkennbaren Aussehen (Trübung?) das Differenzialzellbild sowie Eiweiß-, Glukose- und Laktatgehalt.

Liquor Aussehen Zellbild (Lymphozyten/µl) Eiweiß (mg% = mg/dl) Glukose (mg/dl) Laktat (mg/dl) Sonstiges
Normalbefund klar 3-4 20 - 45 45 - 75 10 - 20
bakterielle Meningitis trüb/eitrig 3.000 - 10.000 100 - 1.000 (↑↑↑) < 20 (↓↓) ↑↑ Nachweis vieler Granulozyten
virale Meningitis klar 10 - 2.000 normal (evtl. ↑) normal normal im Anfangsstadium auch Granulozyten nachweisbar
tuberkulöse Meningitis "Spinngewebsgerinnsel" 20 - 500 100 - 500 (↑↑) < 40 (↓↓) ↑↑ Nachweis von Monozyten und Granulozyten
Multiple Sklerose klar < 10 (mäßige Pleozytose) meist normal normal normal intrathekale IgG-Bildung, Nachweis oligoklonaler Banden
Subarachnoidalblutung blutig, xanthochrom evtl. erhöht  ?  ?  ? Makrophagen, Erythrozyten

[bearbeiten] EEG

Das EEG ist wichtig zur Messung der bioelektrischen Aktivität des Gehirns. Durch die Elektroden werden die bioelektrischen Potentialschwankungen abgeleitet. Es gibt zwei Möglichkeiten: 1. Unipolare Ableitung -> zeigen Spannungsdifferenzen zwischen Elektroden aus einem (!) aktiven Areal und einer inaktiven (!) Bezugselektrode. 2. Bipolare Ableitung -> registrieren Spannungsdifferenzen zwischen zwei aktiven Arealen.

Indikation:

1. Epilepsiediagnostik

2. Koma und Hirntod

3. diffuse od. herdförmige Prozesse im Hirn (Trauma, Entzündung, Intox.,...)